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Schwarze Henne

Hier eine deutsche Sage.

In Nürnberg lebte ein Mann namens Paul Creuz. Er wollte die Bergmännlein beschwören. Dazu stellte er ein Tischlein her, deckte ein weißes Tuch darauf und setzte jeweils zwei Schüsseln mit Milch und Honig, zwei Teller und neun Messer darauf. Dann nahm er eine schwarze Henne und zerriss sie über einer Kohlpfanne, sodass ihr Blut ins Essen hinein tropfte. Gegen Morgen warf Paul ein Stück, gegen Abend das andere. Dann begann seine Beschwörung. Er versteckte sich hinter einem grünen Baum und sah, wie zwei Bergmännlein aus der Erde kamen, sich setzten und aßen. Danach stellte er ihnen Fragen, die sie beantworteten. Sie wurden miteinander so vertraut, dass sie ihn sogar zu Hause besuchten. Wenn sie mit seiner Gastfreundschaft unzufrieden waren, kamen sie nicht oder gingen nach kurzer Zeit wieder. Schließlich kam auch der König der Bergmännlein in einem scharlachroten Mantel. Er warf ein Buch auf den Tisch und Paul durfte darin lesen, so viel und so lange er wollte. Dies machte ihn sehr weise.

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