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Grapen

Grapen

Hier eine deutsche Sage.

Auf den Schlössern in Pommern hielten sich früher Chimmeke auf, also Poltergeister. Wenn die Menschen gut zu ihnen waren und sie sich als Freunde hielten, taten die Chimmeke niemandem etwas, sonst konnten sie sehr böse werden. Auch auf dem Schloss in Loitz gab es viele Jahre lang einen Chimmeke, der von den Menschen jeden Abend einen Grapen (also einen Topf) voller süßer Milch bekam, die er Nachts trank. Im Jahr 1370 trank ein Küchenjunge die für den Chimmeke bestimmte Milch selbst aus. Dabei verspottete er den Chimmeke. Dies verärgerte ihn sehr und als der Küchenjunge am nächsten Morgen das Feuer in der Küche anmachte, ergriff der Chimmeke ihn, zerhaute ihn in Stücke und steckte sie in den großen Grapen mit heißem Wasser, der auf dem Feuer stand. Als der Koch in die Küche kam, um Fleisch zuzubereiten, lachte der Chimmeke und sagte zum Koch, dass das Fleisch schon gar sei. Der Koch guckte in den Grapen und sah darin die gekochten Hände und Füße des Küchenjungen, worüber er sehr erschrak. Der Chimmeke verließ daraufhin das Schloss für immer.

Der Grapen wurde danach noch viele Jahre auf dem Schloss gezeigt, aber man weiß nicht, wo er jetzt ist.

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