ScaryWiki
Advertisement

Der Junge zieht die Mokassins des zweiten Mannes an

Hier eine kanadische Sage.

Am Meer lebte ein wahrscheinlich indianischer Junge, der sich nach Abenteuern und Gefährten sehnte. Er überlegte, in die Welt hinauszuziehen. Da erfuhr, dass ein Drache in der Nähe sein Unwesen treiben würde, welcher das Land zerstörte und Frauen und Kinder entführte und fraß. Es hieß auch, dass der Drache sich in einen Menschen verwandeln kann und sich so unter die Menschen mischte, bevor sie wussten, dass er in der Gegend war.

Alle Krieger des Indianerstamms, die keine Angst vor menschlichen Kriegern hatten, fürchteten den Drachen. Der Junge aber zog los und reiste einen Tag lang durch einen Wald. Danach kletterte er auf einen Hügel. Dort gesellte sich ein freundlicher Mann zu ihm und sprach mit ihm, sodass der Junge ihm vertraute. Als der Mann fragte, wohin der Junge ging, antwortete er, dass er nach Abenteuern suchte, erwähnte den Drachen aber nicht. Der Mann lud ihn zu sich nach Hause ein. Obwohl der Junge sich über einen Haufen Knochen vor dem Haus wunderte, sagte er nichts. Im Haus kochte eine alte Frau einen Fleischeintopf, aber der Junge wollte lieber Mais essen.

Während der Mann nach dem Essen Feuerholz sammelte, warnte die alte Frau den Jungen, weil der Mann der Drache war und am nächsten Tag versuchen würde, den Jungen zu töten . Sie gab ihm ein Paar Mokassins, mit denen er in nur einem Schritt den Hügel in der Ferne erreichen könne, und ein Stück Birkenrinde mit einem Symbol, das er am Hügel einem Mann geben sollte. Zudem bat sie ihn, sie am Morgen vor seiner Flucht zu töten und mit ihrem Mantel zu bedecken. Dies würde sie vom Bann des Drachen befreien und sie würde von selbst wieder lebendig werden. Am nächsten Morgen führte der Junge die Anweisungen der alten Frau aus.

Am Hügel gab er dem Mann das Symbol auf der Birkenrinde. Er gab ihm ein neues Paar Mokassins und ein Stück Birkenrinde mit einem anderen Symbol und schickte ihn zu einem anderen Hügel, wo ein weiterer Mann warten sollte. Der Mann auf dem nächsten Hügel gab dem Jungen neben neuen Mokassins ein Ahornblatt. An seinem neuen Ziel traf der Junge einen sehr alten Mann, der ihn in einen großen Fluss schickte, den er betreten solle, als sei es trockenes Land. Dann würden die Symbole auf der Birkenrinde ihn verwandeln, in was er wollte, und ihn schützen.

Der Junge folgte dem Strom und sah den Drachen in seiner wahren Gestalt. Mithilfe der Birkenrinde verwandelte er sich in einen kleinen Fisch. Als der Drache den Fisch fragte, ob er den Jungen gesehen hatte, behauptete der Fisch, geschlafen und niemanden gesehen zu haben.

Der Drache fragte eine Kröte, aber sie interessierte sich nicht dafür, was er wollte. Nachdem ein großer Fisch ihm gesagt hatte, dass er schon mit dem Jungen gesprochen hatte, suchte er wütend die Kröte. Aber er traf nur eine Bisamratte, die ihm erzählte, dass der Junge vorbeigekommen war und ihr Haus zertreten hatte.

Auf der weiteren Suche traf der Drache eine alte, weise Schildkröte. Sie empfahl ihm, den Fluss zu überqueren, um den Jungen zu treffen, und vorsichtig zu sein, da sein Feind ihn töten würde, wenn er ihn nicht sofort erkennen würde. In Gestalt einer Schlange schwamm der Drache über den Fluss. Der Junge, der immer noch ein Fisch war, schwamm unter ihm im Kreis, wodurch ein Strudel entstand. Dadurch übersah der Drache seinen Feind. Der Strudel saugte ihn ein und tötete ihn.

Der Junge schnitt den Kopf des toten Drachen ab und ging zurück zur Hütte. Die alte Frau war nicht mehr da. Wieder zu Hause überhäufte der Häuptling den Jungen mit Geschenken. Seitdem werden die Schlangen gehasst, da ihre Gestalt dem Drachen half.

Advertisement