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Kindelsberg

Kindelsberg

Hier eine deutsche Sage.

Auf dem Kindelsberg in Westfalen stand früher ein Schloss, in dem gottlose Ritter wohnten. Durch ein Silberbergwerk wurden sie sehr reich. Dies machte sie so übermütig, dass sie sich silberne Kegel machten, die sie mit silbernen Kugeln warfen. Zudem backten sie aus Semmelmehl Kuchen in der Größe von Kutschenrädern, machten Löcher hinein und steckten sie als Räder in die Achsen. Dies war eine Sünde, weil viele Menschen nichts zu essen hatten. Eines Abends kam ein weißes Männchen ins Schloss und sagte, dass sie alle binnen dreien Tagen sterben müssten und als Beweis in dieser Nacht eine Kuh zwei Lämmer zur Welt bringen würde. Dies passierte auch, aber nur der jüngste Sohn und eine Tochter hörten auf die Warnung. Sie beteten Tag und Nacht und alle anderen starben an der Pest. Aber ein junger, gottloser Ritter mit einem schwarzen Pferd, der immer raubte und mordete, verliebte sich in die Tochter, die aber bereits mit einem jungen Grafen verlobt war. Dieser war im Krieg und als er nicht wieder kam, versprach die Tochter dem Ritter mit dem schwarzen Pferd: "Wenn die grüne Linde hier vor meinem Fenster wird dürr sein, so will ich dir gewogen werden." Der Ritter mit dem schwarzen Pferd suchte so lange, bis er eine dürre Linde in derselben Größe wie die Linde fand, die seine Angebetene meinte. In einer Nacht grub er die grüne Linde aus und pflanzte die dürre hin. Als das Mädchen aufwachte, sah sie die dürre Linde und setzte sich weinend unter sie. Als der Ritter kam, sagte sie, sie könne ihn nie lieben. Daraufhin tötete er sie. Der Bräutigam kam noch am selben Tag zurück, begrub sie und setzte eine Linde dabei und einen großen Stein, der noch zu sehen ist.

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