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Kobold

Hausgeist/Kobold

Hier eine deutsche Sage aus Niedersachsen.

Zwei Studenten aus Rinteln reisten zu Fuß und wollten in einem Dorf übernachten. Allerdings regnete es so stark, dass sie nicht weiter gehen konnten. Sie gingen zu einer Mühle und baten den Müller, dort übernachten zu dürfen. Der Müller wollte der Bitte zuerst nicht nachkommen, aber dann gab er doch nach und brachte die beiden Studenten in eine Stube. Beide waren hungrig und durstig und sahen auf dem Tisch eine Schüssel mit Essen und eine Kanne Bier. Sie baten den Müller um etwas zu Essen und zu trinken und versprachen ihm, es auch zu bezahlen, aber der Müller wollte ihnen nichts geben. Er sagte, dass das Essen und das Bier für den Hausgeist bestimmt war und sie beides unberührt lassen sollten, wenn ihnen ihr Leben lieb sei.

Als die Studenten ungefähr eine Stunde geschlafen hatten, wurde einer der beiden so hungrig, dass er anfing, aus der Schüssel zu essen, obwohl der andere ihn warnte, weil das Essen dem Teufel gewidmet sei. Es blieb nur wenig übrig. Außerdem trank er aus der Bierkanne. Danach legte er sich wieder schlafen.

Um Mitternacht kam der Hausgeist herein und setzte sich hin. Als er merkte, dass kaum etwas zu Essen und zu Trinken da war, wischte er den Tisch, fegte den Boden und putzte die Bänke. Den Studenten, der gegessen und getrunken hatte, packte er an den Füßen, riss ihn von der Bank hoch, zog ihn auf dem Boden umher und lief hinter den Ofen, wo er ihn auslachte. Den anderen ließ er in Ruhe. Das wiederholte er zweimal. Danach holte der Student eine Waffe hervor, aber der Hausgeist verschwand.

Am Morgen erklärte ihnen der Müller, dass es sie hätte das Leben kosten können, dass sie seiner Anweisung, nichts zu essen und zu trinken, nicht gehorcht hatten.

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