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Eschenheimer Turm

Der Eschenheimer Turm, in dem Hans Winkelsee laut der Sage eingesperrt war

Hier eine deutsche Sage aus Frankfurt am Main.

In Frankfurt wurde der Wilddieb Hans Winkelsee gefangen genommen und im Eschenheimer Turm an der ehemaligen Stadtmauer eingesperrt. Nach neun Tagen im Turm sagte er, dass er der Wetterfahne des Turms so viele Löcher durch das Blech schießen würde, wie er Nächte im Turm verbracht hatte. Der Kerkermeister hörte die Aussage und besprach sich mit dem Stadtschultheißen. Dieser bot Hans Winkelsee ein, sein Glück zu versuchen. Sollte aber auch nur eine Kugel die Wetterfahne nicht treffen, würde Hans gehängt. Also versuchte Hans sein Glück und traf schon mit dem ersten Schuss die Wetterfahne. Die Menge lachte und applaudierte. Nachdem auch alle weiteren Schüsse getroffen hatten, ließ der Stadtschultheiß Hans frei und bot ihm an, Schützenhauptmann bei der Bürgerwehr zu werden, aber Hans lehnte ab.

In einer Variante riet der Stadtrat Hans, die Wilderei aufzugeben. Er lachte darüber nur. In dieser Variante ist der Eschenheimer Turm mit Efeu bewachsen und darf erst abgerissen werden, wenn der Efeu die Wetterfahne erreicht hat.

Ob die Sage wahr ist oder nicht, kann nicht festgestellt werden. Professor Karl Joseph Simrock verfasste ein Gedicht über die Sage, laut dem der Wilddieb in der überlieferten Sage nur "Hans" genannt wird. Simrock soll den Nachnamen "Winkelsee" erfunden haben. Es ist nicht bekannt, ob Hans Winkelsee tatsächlich gelebt hat.

Turm mit Wetterfahne

Eschenheimer Turm mit Wetterfahne

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