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Altar

Altar

Hier eine deutsche Sage.

In Stralsund durften früher Leichen keine Vigilien gesungen werden, wenn diese aus dem Haus getragen wurden, sondern sie durften nur heimlich im Haus gesungen werden. Dazu gibt es eine Sage, laut der im Jahr 1407 der Rat anordnete, dass die hohen Begräbniskosten gesenkt werden sollten. Er ließ auch neue, kupferne Pfennige herstellen, die dreimal weniger wert waren als die alten. Nun wurden auf dem Altar oft solche Pfennige geopfert, die der oberste Pfarrer nicht annehmen wollte. Als er sich beim Rat beklagte, bekam er zur Antwort, dass jeder selbst entscheiden dürfe, wie viel er opferte. Es entstand ein großer Streit. Der Pfarrer ritt aus der Stadt und entsagte Stralsund. Dann brachte er viele Freunde aus dem Adel gegen die Stadt auf und zog mit drei Fähnlein und 300 gerüsteten Pferden vor die Stadt. Er umschloss sie und verwüstete mit Feuer und Schwert alle Dörfer und Höfe um die Stadt. Den Bürgern, die er fand, schlug er Hände und Füße ab und ließ sie liegen. Danach stieg er von seinem Pferd und tanzte in voller Rüstung.

Seine drei Unterpfarrer, die in Stralsund geblieben waren, verspotteten die Bürger und bezeichneten die Feuer der brennenden Dörfer und Höfe als Seelenlichter. Das Volk wurde so wütend, dass es alle Geistlichen der Stadt in ein Haus jagte und es zupfählte, um die Geistlichen zu verbrennen. Der Rat war dagegen und wies darauf hin, dass nicht alle Geistlichen etwas getan hatten. Nun wurden über 100 Geistliche freigelassen, nur die drei Unterpfarrer nicht. Diese wurden auf den Markt geschleppt, ein Feuer angezündet und die Unterpfarrer verbrannt und verspottet: "Zu Brand habt Ihr Lust gehabt, nun habt Ihr Brand bekommen!"

Der Bischof von Schwerin verhängte eine hohe Geldstrafe gegen die Stadt und die Stralsunder mussten ein neues Gewölbe im Dom zu Schwein bauen und daran schreiben lassen, dass sie es wegen ihrer Missetaten bauten. Außerdem durfte kein Bischof in der Stadt Messe lesen und Toten keine Vigilien gesungen werden.

Dies wurde erst durch Martin Luther geändert.

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