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Raubritter

Raubritter

Hier eine deutsche Sage.

In der Nähe von Uchtenhagen in Hinterpommern gibt es an einer Wiese einen großen trüben Sumpf. Dort stand früher ein hoher Berg mit einer Burg, in der ein Raubritter namens Vichov lebte. Er war der Schrecken aller Kaufleute und Reisenden, aber auch alle Ritter in der Gegend fürchteten ihn, denn auf seiner Burg konnten sie ihm nichts tun und er hatte viele Gefolgsleute.

Einer von Vichovs Leuten bewachte die Burg immer und musste immer, wenn jemand näher kam, mit einem silbernen Glöckchen ein Zeichen geben. Dann griffen Vichov und seine Leute an. Wer sich widersetzte, wurde ohne Gnade getötet; wer aber sein Leben behalten wollte, der musste Vichov dienen.

Schließlich taten die Menschen sich zusammen und belagerten die Burg. Vichov verspottete und verhöhnte sie. Als sie sich näherten, goss er siedendes Wasser, Öl, Blei und Pech auf sie, sodass die Hälfte starben und die anderen flohen. Vichov verfolgte sie und nahm alle, die er bekam, gefangen. Er sperre sie in einen großen Hundestall, den er anzündete, sodass sie jämmerlich verbrannten.

Vichov wurde so übermütig, dass er verlangte, dass seine Leute ihn als ihren Gott ansehen und verehren sollten. Als er eines Tages mit seinen Genossen aß, fing das silberne Glöckchen an zu läuten. Vichov verdrehte die Augen, seine Haare stiegen ihm zu Berge und er fluchte. Nun versanken die Burg und der Berg. Nur der Sumpf blieb übrig. An jedem Johannistag soll das Glöckchen immer noch zu hören sein. Man sagt aber, dass jeder, der es hört, im selben Jahr stirbt, es sei denn, er steht mit dem Teufel im Bunde.

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