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Christmette

Christmette

Hier eine deutsche Sage.

Bei einem Kleinhäusler droben am Berg, das Haus steht längst nicht mehr, ist es einmal in der Mettennacht wild zugegangen. Sonst ist allerorten nach Christenbrauch die Heilige Nacht mit Gebet, Lesungen aus der Bibel und Andachtsübungen zugebracht worden. Beim Kleinhäusler aber sind in der Stube mehrere junge Burschen beim Trinken und Kartenspielen beisammengesessen, und statt Bußpsalmen haben lockere Reden, Flüche und Lästerworte die verräucherte Luft zwischen den niedrigen vier Wänden erfüllt.

Da ist auf einmal die Tür aufgegangen - es ist gerade gewesen, als die Glocke vom Tal herauf die heilige Wandlung während der Christmette eingeläutet hat - und hereingekommen ist ein schmucker junger Bursch. Gleich hat er sich nach kurzem Gruß und Sichumschauen zu den anderen an den Tisch gesetzt und hat auch mitgespielt. Der Lärm und die Ausgelassenheit sind immer größer geworden. Da ist versehentlich einem Spieler eine Karte auf den Boden hinuntergefallen. Wie er sich danach gebückt hat und sie hat aufheben wollen, da hat er bemerkt, dass der fremde Mitspieler einen Geißfuß hatte. Er ist in die Höhe gerumpelt und hat angefangen zu schreien. Ganz mörderisch hat er geplärrt, denn der Fremde ist kein anderer gewesen als der Gottseibeiuns selbst. Der aber, der Teufel, ist auf den Tisch gesprungen und hat geschrien: "Spieler in der Metten gehören an die Ketten!".

Die Spielkumpane sind darüber so erschrocken, dass sie allesamt tot umgefallen sind. Als nach der Mette ein paar Leute an dem Häusl vorbeigekommen sind und die Tür sperrangelweit offenstehen gesehen haben, haben sie hineingeschaut und die Toten gefunden. Niemand mehr hat hernach dieses Haus bewohnt, denn keiner hat in des Teufels Höhle leben wollen.

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