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Narcissus

Narcissus

Hier eine deutsche Sage.

Der heilige Bischof Narcissus kam von Girona nach Augsburg. Der Teufel bat ihn um eine Seele. In einem Körper sollte sich ein Essender und Trinkender und Schlafender und Wachender befinden. Narcissus versprach es vor Gott. Am nächsten Tag erinnerte der Teufel ihn an sein Versprechen: "O heiliger Bischof, bis eingedenk deines Eides, den du geredet hast vor deinem Gott: gib mir eine See!', deren Leib ich töte, und die ich bei mir gehaben mag!" Narcissus gebot dem Teufel, alsbald zu töten, wessen Seele Narcissus ihm versprochen hatte. Da sprach der Teufel: "Durch den, der uns samt unserem Fürsten überwunden hat, will ich ihn zehand ertöten, den du mir in meine Gewalt gibst." Darauf sprach der Heilige: "Geh von hier in das hohe Gebirge der Alpen, dort siehst du einen Brunnen, von dem niemand ein Wasser mag trinken, weder Vieh noch Leute, denn ein greulicher Drache wohnt bei dem Brunnen, und von seinem giftigen "Plast" (Aten) sterben alle, die dahin zu demselben Brunnen gehen. Töte den Drachen und zwing seine Seele in deine Gewalt!" Da schrie der Teufel mit der greulichen Stimme eines scharfen Löwen und sprach: "O, wie ein lügender Bischof, der mich verbunden hat mit meinem Eide, dass ich meinen Freund, den Drachen, töte, und ob ich ihn nicht töte, so zwinget er mich zu gehen in den Abgrund der Hölle!" Danach tötete der Teufel den Drachen und von da an half der Brunnen den Menschen.

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