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Gerippe Tod

Der Tod

Ein armer Besenbinder, der schon viele Kinder hatte, bekam ein weiteres Kind und machte sich auf den Weg, um die nötigen Gevattern einzuladen.

Unterwegs begegnete ihm der liebe Gott und sprach: "Ich will der Pate deines Kindes werden!" Nach kurzem Überlegen antwortete der Mann: "Nein, nein, du kannst nicht Gevatter stehen, du bist zu ungerecht. Dem einen gibst du auf der Erde soviel, dass er nicht weiß, wo er mit seinem Reichtum bleiben soll, dem ändern teilst du so wenig von irdischen Gütern mit, dass er des Hungers sterben muss!"

Dann kam der Teufel und sprach: "Lieber Freund, ich werde die Patenstelle einnehmen." Der Besenbinder antwortete: "Dich mag ich erst recht nicht, du bist noch viel ungerechter als der liebe Gott. Dein ganzes Trachten geht darauf, mit Lug und Trug uns Menschen zu verderben und uns zu schaden. Geh' nur deines Weges weiter!"

Endlich bot auch der Tod an, Gevatter zu werden, und als der Besenbinder diesen sah und erkannte, rief er aus: "Du bist der Rechte, den ich suche. Du bist zwar ein strenger Richter, aber wenigstens gerecht und verschonst weder reich noch arm, weder vornehm noch gering." So bekam der Tod die Patenstelle.

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