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Nixei

Nixei

Hier eine deutsche Sage.

In der Nähe des Dorfes Osterhagen liegt das Weingartenloch. Dort quillt manchmal rotes Wasser hervor, das das Blut einer Nixe sein soll. Die Nixe ist unglücklich verliebt. Das Wasser füllt einen kleinen See namens Nixteich und in der Nähe gibt es einen Hof namens Nixei. Dort haben die Nixe und ihr Geliebter, ein Riese, sich getroffen, bis der Vater des Riesen es entdeckte und der Sache ein Ende machte.

Die Nixe wurde ins Weingartenloch, eine große, furchtbare Kristallhöhle, eingeschlossen und versucht seitdem, sich zu befreien. Ihr Blut mischt sich deshalb ins Wasser, das aus dem Weingartenloch hervorquillt. Das Kloster Walkenried soll aus den Steinbrüchen nahe der Nixei gebaut worden sein.

In der Höhle selbst gibt es der Sage nach die reichsten Schätze. Wegen Berggeistern, Zwergen und Bergmönchen fanden aber viele Schatzsucher den Tod. Außerdem reden die Metalle im Berg und vielen Menschen passieren Unglücke. Zum Beispiel verirren sie sich in der Höhle. Einmal blieb ein Mann in einem Gang stecken und konnte weder vor- noch rückwärts. Es gelang seinen Begleitern auch nicht, ihn herauszuhacken, weswegen er sie anflehte, ihn zu töten. Schließlich versuchten sie, ihn mit Stricken zu umbinden und zu befreien. Das gelang zwar, aber dabei riss der Kopf des Mannes ab.

Über dem unterirdischen Wasser liegt in der Höhle ein großer Balken, hinter dem der Teufel sitzt und Gold und Silber bewacht. Wenn Menschen etwas davon haben wollen, müssen sie zu dritt kommen und losen. Derjenige, den das Los trifft, wird vom Teufel in Stücke zerrissen, die beiden anderen dürfen so viel Gold und Silber mitnehmen, wie sie tragen können. Öfter kamen Venetianer, die schwarze Kunst konnten und Fremde dazu verführten, mit ihnen hinzugehen, um Schätze zu holen. Dabei gelang es ihnen, den Fremden das Teufelslos zuzuspielen. Einmal versuchten sie, einen sehr armen Mann mit acht Kindern dazu zu bringen, mit ihnen zu gehen. Der Mann hatte Angst, aber seine Frau überredete ihn, mitzugehen. Sie nähte ihm ein Zauberkraut in die Jacke, das ihn schützte. Das Los traf einen der beiden Venetianer. Der Mann kehrte mit viel Gold und Silber nach Hause zurück, zog nach Sankt Andreasberg und baute sich dort ein schönes Haus. Den schrecklichen Anblick, wie der Teufel einen Venetianer lebendig zerriss, konnte er aber sein Leben lang nicht vergessen.

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