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Großvater und Enkel

Großvater mit seinem Enkel

Hier eine kroatische Sage.

Ein Bauer hatte einen sehr verwöhnten Sohn. Als dieser heiraten wollte, entschied er sich für eine adlige Frau, weswegen sein Vater ihm einen Adelsbrief kaufte und ihm seinen ganzen Besitz überschrieb, damit die Frau ihn heiratete.

Aber bald war der junge Mann nicht mehr so glücklich, da seine Ehefrau sehr herrisch war und er alles tun musste, was sie wollte.

Dann wollte die Ehefrau ihren Schwiegervater nicht mehr im Haus und beim Essen haben und schickte ihn in die Gesindestube zum Essen und zum Schlafen in eine Kammer neben dem Pferdestall, weil er ihr zu bäuerisch und nicht reinlich genug sei.

In der Kammer war es kalt und der alte Vater bat oft seinen Sohn, ihm zu helfen, aber dieser traute sich nicht, etwas gegen den Willen seiner Frau zu tun.

Der Sohn und seine Frau bekamen zwei Söhne. Der ältere Sohn wurde der Liebling des Großvaters, der mit ihm spielte und ihm Märchen erzählte und sich im Stillen wünschte, dass er nicht so böse werden würde wie sein eigener Sohn. Daraufhin bevorzugte die Mutter den jüngeren Sohn.

Schließlich hatten der Hof und die Familie nicht mehr viel Geld. Deshalb gab die Schwiegertochter ihrem alten Schwiegervater nur noch schlechtes Essen und nahm ihm sein Bett und seine Decke weg, sodass er sich nicht wärmen konnte, wenn es draußen kalt war. Sein Sohn bat seine Frau, den Vater besser zu behandeln, was sie ablehnte.

Einmal bat der Vater seinen Sohn um eine warme Decke, woraufhin dieser Mitleid bekam und einsah, dass er undankbar gewesen war. Der ältere Sohn musste eine warme Decke für den Großvater holen, bevor er sie aber seinem Vater gab, schnitt er sie mit seinem Taschenmesser in zwei Teile.

Das ärgerte seinen Vater und er fragte ihn, warum er dem Großvater nur die Hälfte geben wolle. Der Sohn sagte, dass er die Hälfte für seinen Vater aufheben wollte, damit er sich auch zudecken konnte, wenn er so alt war wie der Großvater. Der Vater bereute, was er getan hatte, weinte, fiel vor seinem Vater auf die Knie und bat ihn um Verzeihung für die schlechte Behandlung.

Danach sprach er mit seiner Frau und erklärte ihr, dass sie sich bessern solle, sonst wolle er sie nicht mehr im Haus haben. Von da an war sie wie verwandelt.

Gott segnete den Hof und der alte Mann lebte noch lange glücklich mit seinem Sohn, seiner Schwiegertochter und den heranwachsenden Enkelkindern.

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