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Elizabeth Bathory Portrait

Elizabeth Bathory wird durch ihre Morde als Blutgräfin betitelt.

Schon des Öfteren in Computerspielen, Filmen oder Büchern mit verarbeitet, ist die Legende der Blutgräfin eine der wohl beliebtesten Legenden. Es gibt viele Varianten der Legende, alle aber mit ein und derselben Zutat, welche sie so berühmt macht: Blut. Ab und an wird sie mit der Bloody Mary in Verbindung gebracht bzw. so genannt. Allerdings soll es in der Vergangenheit der Menschen des Öfteren Frauen gegeben haben, die diesen Titel irgendwann erhielten, da ihre Taten oder das, was ihnen zur Strafe angetan wurde so grausam und blutig gewesen sein sollen.

Eine VersionBearbeiten

Einst lebte eine Gräfin mit vielen Bediensteten und Freunden in ihrem Schloss. Sie war jung, hübsch und voller Lebenslust...Doch als sie das 20te Lebensjahr hinter sich gelassen hatte, fiel ihr auf, dass nicht nur die Damen um sie herum alterten, sondern dass auch an ihr selbst nach und nach Spuren der Zeit nagten. Aus Angst, dass sie irgendwann niemand mehr hübsch finden würde, fing sie an, in alten Büchern zu lesen und nach einem Jungbrunnen - oder ähnlichem - zu suchen. Schon bald fand sie eines über dunkle Magie, in welchem beschrieben wurde, dass das Blut von anderen (in manchen Versionen wird von hübschen Jungfrauen gesprochen) verjüngend und lebensverlängernd wirken solle. In ihrem Wahn, dem Alter zu entgehen und ewig jung sein zu können, begann sie nach und nach, ihre Bediensteten und Freunde abzuschlachten und in deren Blut zu baden. Als sie dann ganz alleine war, niemanden mehr hatte, der ihr Leben verlängern sollte, begann sie Freunde und Fremde von Außerhalb in ihr Schloss zu locken. Sie köderte sie mit Versprechungen, verführte sie oder gab vor, ganz allein zu sein und Gesellschaft zu brauchen.

Dies fiel den Bewohnern des nahe gelegenen Dorfes nach einiger Zeit immer mehr auf und sie beschlossen, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Sie schlossen sich zusammen, zogen aus zum Schloss und stellten die Gräfin, welche noch immer getrocknetes Blut in den Haaren hatte. Sie schlossen sie im höchsten Turm des Schlosses ein, mauerten die Türen und Fenster zu und ließen sie dort alleine sterben.

Andere VersionBearbeiten

Helft mir oh Wolken
Oh Wolken steht mir bei
Lasst mir kein Leids geschehen
Lasst mich gesund und unbesiegbar sein

Sendet oh sendet
ihr machtvollen Wolken,
neunzig Katzen
Ich befehle dir,
König der Katzen,
ich bete zu dir
Mögest du sie von überall her einsammeln
selbst wenn du in den Bergen bist
Oder auf den Wassern
Oder auf den Dächern Oder auf der anderen Seite des Ozeans

Mögen diese neunzig Katzen erscheinen
und mögen sie zerreißen und zerstören
Die Herzen Von Königen und Prinzen
Und genauso Die Herzen Der Lehrer und Richter
Auf dass sie mir nichts anhaben können
Dass sie mir nichts anhaben können

Heilige Dreifaltigkeit, beschütze mich. Elisabeths Nachtgebet, übertragen aus einer englischsprachigen Übersetzung nach McNally.

Als im Ungarn des späten 16. Jahrhunderts die Wirren der Reformation (und später Gegenreformation) herrschten, sahen sich die damaligen Machthaber immer noch gegen die Truppen des Osmanischen Reiches unter Sultan Süleiman II. kämpfen, ein Zustand, der erst durch Kaiser Ferdinand (Kaiser des Heiligen Römischen Reichs) beendet wurde. Bereits ein Jahrhundert zuvor hatte ein weiterer berühmter Mann gegen die Türken gekämpft. Es war ein unsteter Opportunist, der einmal auf der Seite des Sultans stand, dann wieder mit Moldawien paktierte, um schließlich der berühmteste Prinz der Walachei und Transsylvaniens zu werden: Vlad Tepes, der Pfähler, Dracula (Sohn des Dracul).

Im Jahre 1560 wurde Erzsébet (Elisabeth) Báthory in eine der wohlhabendsten Familien Ungarns geboren. Ihr Onkel war Istvan Bathory, zuerst Prinz von Transsylvanien, danach König Stephan IV. von Polen.

Elizabeth wurde bereits im Alter von zehn Jahren mit dem Soldatenfürsten Ferencz Nádasdy verheiratet. Aber die Ehe war nicht gerade glücklich. Der Gemahl war fast immer auf Schlachtfeldern, während Elisabeth den (berühmteren) Namen Báthory beibehielt. Elisabeth war nicht gerade züchtig und bekam alsbald ein Kind, dessen Geburt mit Schweigegeld geheim gehalten wurde.

Nádasdy selbst war ein grausamer Mann, der seine Bediensteten gerne zu foltern pflegte, obgleich er sie nicht (wie seine Gattin) umbringen ließ.

Aber auch Elisabeth war nicht gerade zimperlich. Sie steckte als Strafe gegen Ungehorsam dem oder der Bediensteten gerne ein Blatt Papier zwischen die Zehen und zündete es an.

Auch wird berichtet, dass Elisabeth bereits als Kind unter Krampfanfällen litt (Epilepsie ?), was vielleicht ein Grund ihrer späteren grausamen Abartigkeit angesehen werden muss.

Elisabeth lebte fortan auf Schloss Cséjthe (Tschej-te), das heute in der Slowakei unter dem Namen Cachtice (Tscha kti tse) immer noch zu besuchen ist.

Ihre Anfänge als Folter- und Blutgräfin fand Elisabeth in immer grausameren Strafen, die sie ihren Bediensteten zukommen ließ. Trotz ihres hohen Bildungsstandes (wie er es bei Adligen in ihrem gesamten Umfeld zu beobachten war) hielt sie brennende Kerzen an deren Geschlechtsteile oder sie ließ den Mund einer etwas zu lauten Dienstmagd kurzerhand zunähen. Dienern, die ihre Kleidung nicht richtig zusammenfalteten, ließ sie glühende Brandeisen ins Gesicht drücken und sie "überführte" vermeintliche Diebe, indem sie diese eine glutheiße Münze in Händen tragen ließ. Verbrannten sie sich, waren sie schuldig.

Aber ihre Taten sollten schlimmer werden. Sehr viel schlimmer.

Elisabeth Báthory fand Gefallen an der Folter von jungen Mädchen.

Beides, ihre Folterknechte, sowie auch ihre Opfer waren weiblich. Manche Quellen geben eine Anzahl von bis zu 650 getöteten Frauen und Mädchen an. Noch eine viel höhere Zahl junger Frauen überlebte und konnte Zeugnis ablegen, wie grausam und pervers die Schreckensherrschaft der Gräfin während drei Jahrzehnten war. Trotz all diesen Zeugen war Elisabeth vor dem Gesetz weitestgehend immun, denn der Name Báthory war einer der angesehensten im ganzen Land.

Die Welt erhielt zuerst Kunde durch die Autoren Raymond T. McNally Radu Florescu, die in ihrem 1970 erschienen Buch "Auf der Suche nach Dracula" die Vorbilder von Bram Stokers berühmter Romanfigur in Vlad Tepes und eben in Elisabeth Báthory finden wollten (zumindest letzteres wird von vielen Kennern der Báthory Geschichte abgelehnt).

In den damaligen Zeiten waren Leibeigene nicht viel mehr wert als Werkzeug und in besagtem Buch schildert McNally die Folgen eines Aufstandes wie folgt:

[dessen Anführer] wurde bei lebendigem Leibe auf einem eisernen Sitz geröstet, während seine Gefolgschaft dazu gezwungen wurde, sein Fleisch zu essen, bevor sie lebendig verbrannt wurde".

Dies macht schnell glaubhaft, warum Elisabeth mit so einer kleinen Strafe (sie bekam, ähnlich wie Vlad der Pfähler lediglich verschärften Hausarrest) davonkam.

Elisabeth wurde von Kaiser Mathias II. vermutlich aus drei Gründen angeklagt: Erstens, weil es nicht unbemerkt bleiben konnte, dass so viele Frauen unter ihrer Regentschaft auf Cséjthe ums Leben kamen (Und in der Tat gab es bei ihrem Prozess - den sie als Adlige noch nicht einmal zu besuchen brauchte - hunderte von Augenzeugen ihrer Taten. Zweitens, weil sie (wie viele Psychokiller) mit der Zeit nachlässig wurde und ihre Opfer zum Teil einfach nur aus der Kutsche werfen ließ, damit Wölfe sie auffressen konnten. Drittens (und dies war wohl das wichtigste Argument), sie brachte den Kaiser um viel Lehensgeld, auf das er laut Gesetz durch ihren ehemaligen Ehemann Anspruch hatte.

Doch zurück zu Elisabeth: Nach dem Tod ihres Gatten im Jahre 1600 sah sich die 40ig Jährige mit der Tatsache ihres Alterns konfrontiert. Die Legende erzählt, dass einmal, als sie eine ihrer Bediensteten schlug, ein Tropfen von deren Blut auf Elisabeths Haut kam. Ob es ihre von Perversion und Grausamkeit (und vielleicht auch durch Epilepsie) getrübte Sicht war, Einbildung oder ein dämonischer Zauber: sie entdeckte, dass ihre Haut an jener Stelle besonders jung und glatt zu werden schien.

An dieser Stelle könnten die Autoren einige geschmacklose Witze von Milliarden-Konzernen bringen, die ihr Geld durch die Herstellung solcher "Wundermittel und -salben" verdienen. Aber lassen wir es bei der Faszination von Jungfrauenblut auf Elisabeth bewenden.

Sie ließ nach dieser Erfahrung jene Magd niedermetzeln und ihr Blut in einem Badezuber auffangen. Das war der Beginn einer Jahre langen Karriere als "Vampirgräfin". Die genaue Anzahl ihrer Opfer schwankt zwischen 40 und 650. Ein jedes Opfer wird in ihren berüchtigten Tagebüchern detailliert beschrieben. Die Tagebücher liegen in den Staatsarchiven in Budapest und können jederzeit eingesehen werden. Das Problem liegt jedoch in der noch fehlenden Übersetzung.

McNally, der für sein Buch "Dracula was a woman" vor Ort recherchierte, fand jedoch in den gesamten Prozessakten kein Wort von Badezubern oder Blutwannen. Dort ist nur vom Mord an den Frauen zu lesen, sowie über deren Folterungen (Manche ihrer Opfer mussten Streifen des eigenen Fleisches essen bevor sie getötet wurden).

Ob Elisabeth mit ihren Gehilfinnen nun 40 oder über 600 Frauen bestialisch gefoltert hatten, ob sie eine bisexuelle oder homosexuelle Psychopathin vom Schlage eines Jeffrey Dahmer oder einer Lizzie Borden war, ob sie einen Hirnschaden hatte, oder ob sie nur eine abergläubische, gelangweilte und perverse Urahnin des modernen Schönheitswahns war: Die historische Wahrheit ihrer Person steht außer Frage. Sie hat gelebt. Genauso wie ihr notorischer Vorgänger Dracula.

Nach ihrem Prozess wurde die "schönste Frau Transsylvaniens" in ihren Gemächern eingemauert.

Im August des Jahren 1614 wollte einer ihrer Gefängniswächter die schöne Frau durch eine kleine Durchreiche in der Mauer sehen und fand sie tot auf dem Boden liegen.

Nach ihrem Tod wurden alle Akten über sie in Ungarn verschlossen und bis einhundert Jahre nach ihrem Tode durfte kein Mensch ihren Namen laut aussprechen.

QuelleBearbeiten

GalerieBearbeiten

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