Fandom


Braunschweiger Mumme

Braunschweiger Mumme

Hier eine deutsche Sage.

Ein Brauer in Braunschweig hatte eine schöne Tochter, die einen jungen Kaufmann aus Bremen von Herzen liebte. Sie schworen, einander im Leben und im Tode treu zu sein, und wer die Treue bräche, den solle der andere Teil noch im Grabe mahnen dürfen. Nun musste der Kaufmann verreisen, um reicher zu werden, und blieb lange fort. Der Vater seiner Geliebten hatte die Liebe zwischen den beiden nicht gerne gesehen und sich einen Schwiegersohn gewünscht, der gute Braunschweiger Mumme brauen konnte. Die Tochter musste sich also mit einem Werkmeister verloben, den sie nicht liebte. Deshalb wurde sie so krank, dass sie starb. Kurz nach ihrer Beerdigung kam ihr Geliebter wieder und erfuhr, dass seine Braut mit einem anderen verlobt gewesen war. Weil er sie noch mal sehen wollte, überredete er den Totengräber dazu, den Sarg zu öffnen. Bleich und schön lag die Tote darin und der junge Mann sagte: "O meine liebe, liebe Braut, konntest du wirklich mich vergessen? So mahne ich dich bei unserm dreimal heiligen Schwur an dein mir gegebenes Gelübde!" Da erwachte die Tote, öffnete ihre Augen und seufzte: "Dein, nur dein, im Leben und im Tode" und sie umarmte ihn. Der Totengräber fiel vor Schreck um. Als er wieder zu sich kam, waren die beiden Liebenden fort. Als die Menschen erfuhren, was passiert war, glaubte der Mann, mit dem die Frau verlobt gewesen war, dass Betrug im Spiel sei, um ihm seine Braut wegzunehmen. Er gab dem Teufel die Schuld und ließ ein hässliches Zerrbild schnitzen und am Haus befestigen. Darauf stieg eine junge Frau aus einem Sarg und reichte dem Teufel mit dem Pferdefuß die Hand. Darunter stand ein Spottreim. Das Haus stand noch viele Jahre.

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.