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Gasthaus

Gasthaus

Hier eine deutsche Sage.

Am Neujahrstag saßen einige junge Männer in einem Gasthaus und unterhielten sich über den Aberglauben der meisten Menschen. Der Sohn eines Sägewerkbesitzers glaubte am wenigsten daran, dass es in der Nacht zu den Heiligen drei Königen wilde Reiter geben würde. Ein alter Mann hatte behauptet, dass jemand, der in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar draußen auf dem Feld sei, die wilden Reiter hören könne, die auf unsichtbaren Pferden durch die Luft jagten und schrien: "Was höher als ein Maulwurfhügel ist, nehmen wir mit!"

Einige, die es nicht hatten glauben wollten, waren verschwunden. Der Sohn des Sägewerkbesitzers und seine drei Freunde fanden dies lächerlich und wollten den anderen beweisen, dass es keine wilden Reiter gibt.

Am 5. Januar gingen die vier jungen Männer hinaus aufs Feld. Der Wind heulte und trieb kleine Schneeflocken vor sich her, keiner sprach ein Wort. Zehn Minuten vor Mitternacht erreichten sie die höchste Stelle. Aber einem von ihnen war es doch nicht ganz geheuer und er behauptete, es sei ihm zu kalt und kündigte an, im Gasthaus zu warten. Ein anderer schloss sich ihm an. Der Sohn des Sägewerkbesitzers und sein bester Freund blieben. Kurz vor Mitternacht wollte der Freund sich hinlegen, falls es die wilden Reiter doch gibt, aber der Sohn des Sägewerkbesitzers ging noch weiter. Als die Kirchturmuhr im Dorf Mitternacht schlug, vernahm der Freund ein Brausen und Sausen und blieb eine Weile liegen. Als er seinen Kopf wieder hob, war der Sohn des Sägewerkbesitzers verschwunden. Er ging den Spuren im Schnee nach, aber diese hörten plötzlich auf. Der Freund rief den Namen, aber es kam keine Antwort. Voller Angst lief der Freund ins Dorf zurück und erzählte, dass sein Freund spurlos verschwunden sei. Andere Dorfbewohner suchten ihn, aber er blieb verschwunden. Trotz hoher Belohnung wusste niemand, wo er geblieben war. Ein Jahr später diskutierte man im Gasthaus, was geschehen war, und legte eine Schweigeminute für den Verschwundenen ein. Die Kirchenglocke schlug, die Tür wurde aufgerissen und der Verschwundene kam herein. Schneeweiße Haare hingen lang von seiner Schulter, seine Augen waren gerötet und blickten wirr und er konnte nicht sprechen. Er wurde in eine Heilanstalt eingewiesen und lebte noch lange dort. Aber niemand erfuhr jemals, wo er gewesen war und ob ihn wirklich die wilden Reiter mitgenommen hatten.

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