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Der Fall der Zwillingsschwestern Bearbeiten

In unserem Schwesternwohnheim (habe 1989 meine Ausbildung angefangen) wurde diese Geschichte vom höherem Kurs an den nächst folgenden "übergeben" inklusive Requisiten (ein Holzbrett, Messer …). Angeblich haben ein paar Schwesternschülerinnen diese Geschichte vor einigen Jahren tatsächlich selbst miterlebt. Für mich die erste Horrorgeschichte, die ich so gehört habe.

Im Oktober 1967 kamen die 15-jährigen Zwillingsschwestern laut Polizeibericht nicht zur vereinbarten Zeit aus der Fabrik nach Hause. Gefunden wurden sie schließlich auf dem Friedhof bei den Familiengräbern. Laut Polizeibericht sangen sie dabei Kinderlieder und kicherten wahnsinnig vor sich hin. Fast alle Familiengräber waren geöffnet worden. Die Mädchen reagierten nicht auf Ansprache, sondern sangen ununterbrochen weiter. Die Schwestern wurden in die Nervenheilanstalt - an der unsere Krankenpflegeschule angehängt war - gesteckt und bekamen keinen Besuch. Der Vater erhängte sich, die Mutter interessierte sich für nichts mehr - und die Mädchen verwahrlosten.

Zur "damaligen" Zeit dienten Psychiatrien ausschließlich der Verwahrung von Menschen. Sie wurden fast sich selbst überlassen. Um sich bei ihren Familienmitgliedern für die Grabschändung zu entschuldigen (oder weil sie verrückt waren) ritzten sie sich und kommunizierten mit einem spiritistischem Brett.

Dies endete letztlich 1970 mit der Opferung einer Schwester. Die Überlebende wurde noch verrückter, versteckte sich in Wäscheschränken, kroch durch Luftschächte oder Versorgungstunnel für die Hauspost, bis sie schließlich in einer engen Wand steckenblieb und quallvoll verstarb.

Unsere Schule und die Nervenheilanstalt waren natürlich miteinander verbunden und hier beginnt der unheimliche Teil der Legende. Zu den Requisiten gehört ein Buchstabenbrett, mit dem jeder neue Kurs mit den verstorbenen Schwestern reden muss, um nicht ihrem Fluch zu erliegen.

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